Bedrohte Demokratie

Yvonne Hofstetter ist Expertin für künstliche Intelligenz. Ihr erstes Buch „Sie wissen alles: Wie Big Data in unser Leben eindringt und warum wir um unsere Freiheit kämpfen müssen“ (2014) wurde ein Bestseller, im September 2016 erschien „Das Ende der Demokratie. Wie die künstliche Intelligenz die Politik übernimmt und uns entmündigt“.
Quelle: Bayerischer Rundfunk: http://www.br.de

Gott im Heute erfahren in einer Situation der Krise – Leonardo Boff

Unsere heutige Zeit ist so sehr von der Politik belastet, dass unsere Psyche davon betroffen ist. Keinen Ausweg zu sehen, im Blindflug zu leben, wie ein steuerloses Schiff dahinzutreiben löscht unseren letzten Lebensfunken. Am Ende vergessen wir, was in unserem Leben essentiell ist. Wer meinen letzten Artikel «Gibt es noch Rettung für das heutige Brasilien?» liest, findet dort den Hintergrund für diese Betrachtung über Gott. In Zeiten wie dieser, ohne pietistisch zu sein, wenden wir uns der Quelle zu, die schon immer die Menschheit nährte. Vor allem in düsteren Zeiten allgemeiner Krisen spüren wir eine Sehnsucht nach Gott. Wir erwarten Sein Licht. Und noch mehr: Mitten in den Turbulenzen möchten wir Gott erfahren und Ihn in unseren Herzen spüren. Schauen wir uns in der Geschichte um, so sehen wir, dass die Menschheit sich schon immer die Frage nach der Letzten Wirklichkeit gestellt hat. Den Menschen wurde bewusst, dass sie ihren unendlichen Durst nicht ohne etwas Unendliches stillen können, das diesem Durst entspricht. Sie konnte sich die Größe des Universums und unserer eigenen Existenz nicht erklären ohne das, was üblicherweise als Gott bezeichnet wird, selbst wenn diese «Es» in den verschiedenen Kulturen Tausende von Namen trägt. In der säkularen Sprache von heute sprechen wir in der neuen Kosmologie von der «Urquelle, aus der alle Wesen stammen».
Trotz dieser unermüdlichen Suche besagt das universelle Zeugnis, dass «niemand jemals Gott sah» (1 Joh 4,12). Moses bat darum, die Herrlichkeit Gottes sehen zu dürfen, doch dieser sagte ihm: «Du kannst mein Angesicht nicht sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben» (Ex. 33,20). Doch selbst wenn wir Ihn nicht sehen können, so können wir Zeichen Seiner Gegenwart wahrnehmen. Dafür brauchen wir nur achtsam zu sein und uns für die Feinfühligkeit des Herzens zu öffnen.
Das folgende Zeugnis eines Cherokee beeindruckte mich. Er sprach von jemandem, der verzweifelt nach Gott suchte, doch die vielen Zeichen der göttlichen Gegenwart nicht wahrnehmen konnte. So lautet die Erzählung:

Ein Mann flüsterte: Gott, sprich zu mir! Und eine Nachtigall begann zu singen. Doch der Mann achtete nicht darauf. Er bat wiederum: Gott, sprich zu mir! Und ein Donnerschlag hallte durch das Land. Und der Mann achtete nicht darauf. Er bat wieder: Gott, lass mich dich sehen! Ein großartiger Mond schien am Nachthimmel, doch der Mann nahm das nicht wahr. Nervös begann er auszurufen: Gott, zeige mir ein Wunder! Und ein Baby wurde geboren. Doch der Mann hielt sich nicht damit auf, das Baby zu betrachten oder das Wunder des Lebens zu bestaunen. Verzweifelt schrie er: Gott, wenn du existierst, so berühre mich, lass mich deine Gegenwart hier und jetzt spüren. Und ein Schmetterling landete sanft auf seiner Schulter. Doch der Mann schüttelte ihn ärgerlich ab.
Enttäuscht und unter Tränen setzte der Mann seine Reise fort. Er lief ziellos umher, bat um nichts mehr und war voller Angst, da er nicht wusste, wie er die Zeichen von Gottes Gegenwart erkennen konnte.

Sein Mangel an Achtsamkeit war die Ursache für seine Verzweiflung, seiner Einsamkeit und Heimatlosigkeit. Das Gegenteil vom Glauben an Gott ist nicht Atheismus, sondern das Gefühl von Einsamkeit und existentieller Verlassenheit. Mit Gott wird alles transformiert und von Sinn erfüllt.
Inmitten unserer aktuellen verstrickten politischen Situation suchen wir nach einer wahren Gotteserfahrung. Dafür müssen wir über unsere rationale Vernunft hinausgehen, welche die Phänomene über deren Verzweigungen zu verstehen sucht, sie berechnet, manipuliert und in das Spiel des Wissens als wissenschaftliche Objektivität sowie als politische Interessen einfügt, wie es zurzeit geschieht. Dieser berechnende Geist denkt zwar über Gott nach, nimmt Ihn aber nicht wahr.
Wir brauchen einen anderen Geist, einen, der Gott fühlt: einen Geist der Feinfühligkeit und der Herzlichkeit, der Bewunderung und Verehrung. Es ist die Vernunft des Herzens oder der Sensibilität, die Gott vom Herzen aus spürt.

Gott lässt sich besser spüren, wenn wir von der Intelligenz des Herzens ausgehen, als wenn wir versuchen, mit den intellektuellen Verstand über Ihn nachzudenken. Dann werden wir begreifen, dass wir niemals allein sind. Eine unauslöschliche, mysteriöse und liebende Gegenwart ist uns zu allen Zeiten nahe.

Ist das nicht der Grund, warum wir Jahrhunderte lang nicht aufhören nach Gott zu fragen? Ist es nicht das, was unsere Herzen füllt, wenn wir Zeit mit Ihm verbringen? Ist es nicht, weil Er es ist, der Namenlose und Mysteriöse, der uns innewohnt? Ist dies nicht der Grund, warum wir glauben, dass es immer eine Lösung für unsere Probleme gibt?

Wir wissen, dass Er es ist, wenn wir keine Angst mehr haben, denn Er ist der wahre Herr der Geschichte. Und wir wagen zu hoffen, dass ein gutes Geschick aus der Dunkelheit entspringen wird, die wir gerade ertragen müssen.

Leonardo Boff ist Ekotheologe und Schriftsteller
09/07/2016

Quelle: leonardoboff.com

Nicht in Gottes Namen

Wenn ich ein Gott wär, …

so beginnt Bodo Wartke sein neuestes Lied, in dem er sich gegen radikale, menschenverachtende Auslegungen jedweder Religion wendet.

Wenn man über Religion singt, läuft man schnell Gefahr, religiöse Gefühle zu verletzen, das ist nicht meine Absicht. Aber gleichzeitig werden seit geraumer Zeit meine aufgeklärt-humanistischen Gefühle verletzt, dem trägt dieses Lied Rechnung.

– Bodo Wartke

Das Lied ist ab 19.8.2016 auch als Download auf sämtlichen Portalen erhältlich.
„Der Erlös aus dem Verkauf geht an die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“, denn die versuchen das zu heilen, was religiöse Fanatiker zerstören. Und trauen sich dorthin, wo sich sonst kaum jemand mehr hin traut.“ – Bodo Wartke

Bewusstsein schafft Menschlichkeit – Eugen Drewermann im Gespräch mit Jens Lehrich

Wachstum ist fortschreitende Zerstörung

– der ehemalige Priester, Kirchenkritiker und heutige Autor und Friedensaktivist Eugen Drewermann bringt die Sache auf den Punkt. Über 80 Bücher hat der 76-jährige bis heute geschrieben, Drewermann rüttelt auf und appelliert an das System, endlich wieder die Menschlichkeit in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. Dabei äußert er seine Gedanken zu Brexit, IS und den Rohstoffkriegen der USA genau so deutlich, wie die Wichtigkeit mit der Religion einen Ort zu schaffen, in dem der Mensch einfach nur Mensch sein kann. Ein Gespräch, das unter die Haut geht, das nur einen Schluß zulässt: wir müssen endlich mehr für den Frieden auf dieser Welt einstehen.

 

Bridging the Worlds – Estas Tonne

The name of a tour quite clearly expressing an intention to manifest within each coming day the changes we are as human beings would love to see and experience on this planet.

We are all different and yet we are all interconnected on so many levels.

It requires an active participation to create harmony, not only as an observer though also as a co-creator. How would one bridge the worlds? By becoming this bridge.

Each of us. Taking a responsibility what every individual transmits into the world through feelings, emotions, actions. All of us can not be friends, it is simply impossible to achieve and it is not the purpose. But each of us can feel that there is a bigger picture to life than what we can see with our eyes and hear with our ears.

The human heart is that place where we all meet beyond the racial, cultural and gender differences and music is one of the greatest tools to connect with the sacredness of the heart space. Somewhere along this trail we will meet and little by little purify individually and collectively.

Thanks for Being! See you in the moment when it comes!

Estas Tonne

Es ist eine grenzenlose Welt, in der ich leben will

Ich hab einen Traum, wir öffnen die Grenzen
und lassen alle herein,
alle die fliehen vor Hunger und Mord,
und wir lassen keinen allein.

Wir nehmen sie auf in unserem Haus
und sie essen von unserem Brot,
und wir singen und sie erzählen von sich
und wir teilen gemeinsam die Not

und den Wein und das wenige was wir haben,
denn die Armen teilen gern,
und die Reichen sehen traurig zu –
denn zu geben ist ihnen meist fern

Ja wir teilen, und geben vom Überfluss
es geht uns doch viel zu gut,
und was wir bekommen, ist tausendmal mehr:
und es macht uns unendlich Mut.

Ihre Kinder werden unsere sein,
keine Hautfarbe und kein Zaun,
keine menschenverachtende Ideologie
trennt uns von diesem Traum.

Vielleicht wird es eng. Wir rücken zusammen,
versenken die Waffen im Meer,
wir reden und singen und tanzen und lachen,
und das Herz ist uns nicht mehr schwer.

Denn wir haben es doch immer geahnt
und wollten es nur nicht wissen:
was wir im Überfluss haben, das müssen
andere schmerzlich vermissen.

Ja wir teilen, und geben vom Überfluss,
es geht uns doch viel zu gut.
Und was wir bekommen ist tausendmal mehr
und es macht uns unendlich Mut

Und die Mörderbanden aller Armeen,
gottgesandt oder Nationalisten,
erwärmen sich an unsren Ideen
und ahnen, was sie vermissten.

Ja ich weiß, es ist eine kühne Idee
und viele werden jetzt hetzen:
ist ja ganz nett, doch viel zu naiv,
und letztlich nicht umzusetzen.

Doch ich bleibe dabei, denn wird ein Traum
geträumt von unzähligen Wesen,
dann wird an seiner zärtlichen Kraft
das Weltbild neu genesen.

Ja, ich hab einen Traum von einer Welt
und ich träume ihn nicht mehr still:
es ist eine grenzenlose Welt
in der ich leben will.

Konstantin Wecker – Ich habe einen Traum (offizielles Video) feat. Cynthia Nikschas

Rabbi Lerner’s talk at Muhammad Ali’s Memorial

A Call for Love in the Face of Hatred: Rabbi Lerner’s talk at Muhammad Ali’s Memorial
June 12, 2016

In case you who missed it, here’s Rabbi Lerner’s talk at Muhammed Ali’s funeral. His vision is all the more relevant given the horrific killings in Orlando and the way it is being used to promote fear, hatred and Islamophobia. It has gone viral on social media and inspired over a million people already. If it inspires you as well, please read below for how to be an ally with Rabbi Lerner to help build the world he describes.

Wondering why Rabbi Lerner got invited and how to respond to the handful of naysayers who have been upset by Lerner’s powerful message? Please read below.

Muhammad Ali had known Rabbi Lerner as a friend and ally in the 1960s and early 1970s when both were indicted by the U.S. government for their roles in opposing the war in Vietnam. He then wrote Rabbi Lerner to praise his book with Cornel West Jews and Blacks: Let the Healing Begin. Approximately seven years ago, he decided to invite Rabbi Lerner to represent the American Jewish community at his memorial service. Rabbi Lerner only received a phone call invitation from the Ali family four days before he got on an airplane to Louisville.

Ali knew Rabbi Lerner and invited him precisely because he would stir the crowd and make it, as Ali’s wife said about the intent of the event, “a teaching moment.” He was told to speak from his heart. Ali did not want pious platitudes–he wanted someone who would ruffle feathers and do what Ali had done with his life–speak truth to power. And in the Jewish world, that meant choosing Rabbi Lerner who had been one of the very few rabbis willing to challenge the most sacred idol of the Jewish world–its subordination to the policies of the State of Israel. Of course, Ali knew that Rabbi Lerner has always also been a supporter of Israel. He critiques Israel’s policies towards Palestinians not only because they are immoral and a violation of the Torah’s command to “love the stranger/the Other” and its pointed command: “when you come into your land, do not oppress the Other, remember that you were the Other/the stranger, in the land of Egypt,” but also because Lerner has always said that the Israeli Occupation of the West Bank is, in the long-run, undermining Israeli security, provoking acts of terrorism against Jews (though Lerner condemns those acts), and has generated hatred of Israel among nations around the world who never have had any history of anti-Semitism and do not have religious teachings that would have led them in the direction of disliking Jews. In short, Ali knew that in picking Lerner, he would be choosing someone who would carry on Ali’s tradition of challenging the powerful (some of whom would be in the room that day or watching it on television). Since this was Ali’s memorial, he had every right to decide who would speak.

Some people objected to Lerner “politicizing” a memorial, as though there is one right way to do a memorial. But Lerner spoke after an African American preacher had already politicized the event by talking about the oppression of African Americans and how Ali had stood up to that oppression. People who only watch Lerner’s talk might think that up until the time he spoke, the memorial was merely about how nice a guy Ali was. But, in fact, it was from the start, as Ali intended, an event shaped to go beyond hero worship of Ali and to shake up a world that might have been lulled back into personal adoration of Ali, rather than to listen to the radical message that Ali himself wanted to convey.

Some Jews have complained that anyone who publicly challenges Israeli policy must be anti-Semitic or a self-hating Jew. But this is a ridiculous charge against Rabbi Lerner. His religious services and Torah teachings at Beyt Tikkun synagogue in Berkeley, CA (which also welcomes non-Jews) and his book, Jewish Renewal: A Path to Healing and Transformation, have inspired many people to return to their Jewish heritage who had previously abandoned it. Calling those who critique Israeli policies self-hating Jews is the kind of response that the defenders of Israel’s policies toward Palestinians always use: they can’t justify the policy, so instead they try to delegitimate the people who are making the criticisms of those policies. This attack on fellow Jews is “lashon ha’ra,” evil language used to demean individuals, done by people who can’t find a rational way to defend oppressive policies.

Yet Lerner himself counsels compassion toward those who try to demean him and other spokespeople for the Israeli peace movements and their American allies. He teaches that these people are often deeply scared, and that given the history of Jews being murdered and hated for so many centuries, it is unfair to expect that all Jews can overcome that history and be open to listening to those who criticize Israel. So what is needed, Lerner teaches, is to recognize that even the most rabid haters, including those who have physically attacked his home and sent endless death threats to him and to Tikkun magazine, are equally made in God’s image, and deserve the same compassion that Lerner preaches for everyone else on the planet. It is not through demeaning the right-wingers and Israel-worshippers in the Jewish world that change can happen, but only through empathy, compassion, and assuring Israel and world Jewry that a Palestinian state can be created that will live in peace with Israel, and that we can overcome these fears and move forward with policies that will give both Israelis and Palestinians security and respect, and heal the wounds of both peoples.

He lays out how this can happen in his book Embracing Israel/Palestine, which you can order at www.tikkun.org/eip. His only regret about this talk is that he did not have more time so that he could express this compassion toward right-wingers in both Israel and America, and show liberals and progressives a path that would be both radical in its political and economic transformation, and empathic and compassionate toward those who oppose these necessary transformations!

To get that full picture, please subscribe to Tikkun Magazine where he lays out this strategy in the Summer and Fall 2016 issues. If you join the Network of Spiritual Progressives at the $50 level, you get Tikkun magazine as a bonus for free.

If you watch his talk and then get as excited about his vision as the many others who have, but you don’t want to join our Network, please make a tax-deductible contribution to support his work at www.tikkun.org/donate.

You can watch Rabbi Lerner’s talk here. For more on how to contextualize Ali’s funeral in the context of Orlando, click here.

Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten

Hunderte Ostermarschierer prangern Krieg, Vertreibung und Flucht an. Mehr als 750 Teilnehmer beim Bodensee-Friedensweg in Romanshorn / Gedenken an Terror- und Kriegsopfer / Nahost-Experte Ulrich Tilgner verurteilt Waffenexporte. Mehr als 750 Ostermarschierer haben am Montag in Romanshorn die Kriegstreiberei in aller Welt und deren Unterstützung durch westliche Waffenexporte angeprangert. Bei der Abschlusskundgebung des achten Internationalen Bodensee-Friedenswegs warf der Nahost-Experte und Buchautor Ulrich Tilgner dem Westen eine Mitschuld an den zunehmenden blutigen Konflikten, dem Erstarken des Terrors und der höchsten Zahl von Flüchtlingen auf der Welt seit dem Zweiten Weltkrieg vor. «Der im historischen Vergleich lange Frieden in Europa hat einen Preis, den die Europäer heute zahlen müssen», sagte Tilgner bei der Kundgebung in der katholischen Kirche. Die Waffen- und Kriegsexporte hätten zum Entstehen von Elend und von politischen Katastrophen ausserhalb Europas beigetragen, «die Not und Elend für Millionen» bedeuten.
Tilgner wertete die europäische Flüchtlingskrise als „direktes Resultat“ einer verfehlten Sicherheitspolitik westlicher Staaten im Irak, in Afghanistan und in Syrien. Die Terroranschläge von Brüssel und Paris seien Teil einer „Kette des Irrsinns“, für den der Westen mitverantwortlich sei, sagte Tilgner.

Unsere Motivation:

  • Wir wollen unserer Empörung über den schrecklichen Zustand der Welt Ausdruck geben, über die Gleichgültigkeit dem Elend gegenüber, unserem Entsetzen und unserer Trauer über den Raubbau an der Natur.
  • Wir wollen ausrufen: So darf es nicht weitergehen! Wir glauben daran: Eine andere Welt ist möglich. Dafür wollen wir uns weiterhin einsetzen. Auf dem Friedensweg können wir einander über die Landesgrenzen hinaus Mut dazu machen.
  • Wir sind überzeugt: „Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten!“ Nach all den Erfahrungen der letzten hundert Jahre wissen wir: Kriegsvorbereitung führt zu Krieg. Konflikte müssen ohne Gewalt gelöst werden können.

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Quelle: www.bodensee-friedensweg.org

 

Es gibt keine Menschlichkeit im Krieg

Dies ist der Titel eines Buches des bekannten Theologen, Psychotherapeuten und Schriftstellers Eugen Drewermann. Krieg, Gewalt und Terror herrschen auch im 21. Jahrhundert in vielen Teilen der Welt. Hat Gewaltfreiheit überhaupt noch eine Chance? Oder lässt sich Gewalt am Ende doch nur mit Gewalt bekämpfen? Dazu hat Eugen Drewermann eine klare Position. Gewaltfreiheit ist für ihn keine Utopie, sondern der einzige Weg zur Rettung der Zivilisation.

Aufruf zu mehr Menschlichkeit

Drei erstaunliche Rebellen trafen sich am Dienstag, 17. März 2015 in der Johanneskirche, Luzern. Arno Gruen, Eugen Drewermann und Konstantin Wecker. Diese drei Männer stehen ein für:
EMPATHIE
in allem was sie denken, sagen und tun. Der Mensch steht im Mittelpunkt.
MUT
sie lassen sich nichts verbieten; sagen was sie denken, auch wenn es unbequem ist.
VISION
mit einer rationalisierten – vom Kapitalismus diktierten Welt – finden sie sich nicht ab und mit Leidenschaft stehen sie ein für eine andere, vielfältigere Wirklichkeit.
Dieser außergewöhnliche Abend in seiner Dichtheit soll einem möglichst breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Deswegen wurde er aufgezeichnet und auf Wunsch von Konstantin Wecker steht er nun als kostenloser Download zur Verfügung.

Ich möchte mich bedanken bei Arno Gruen. Mit seinem außerordentlichen analytischen Wissen und seinem überragenden Erfahrungsschatz über das Mensch-Sein hat er mich im Gespräch zutiefst berührt. Mein Dank gilt Eugen Drewermann. Beim Zuhören hat er mich an die Tradition der alttestamentlichen Propheten erinnert. Unerschütterlich demaskiert Drewermann die fatalen Machtstrukturen unserer globalen Wirklichkeit und nennt sie unerschrocken beim Namen. Ja und bedanken möchte ich mich bei Konstantin Wecker. Ohne ihn wäre dieser Abend nicht möglich gewesen. Sobald Konstantin am Flügel sitzt, steckt er mich mit seiner Poesie und seinen Liedern immer wieder von Neuem an, dem Aufruf zu mehr Menschlichkeit zu folgen. Seine unermüdliche Geisteskraft lässt mich und gewiss viele seiner Zuhörerinnen und Zuhörer nicht ruhig werden, sich für eine gerechtere Wirklichkeit einzusetzen und an die Vision einer friedlichen Welt zu glauben.
In tiefer Dankbarkeit
Alois Metz, Theologe
P.S: Mit diesem Link finden Sie ein paar Bilder zu diesem einmaligen Abend. http://www.kathluzern.ch/st-johannes/…
Das Team Wecker dankt Alois Metz ganz herzlich für die Bereitstellung dieses Videodokuments.

Quelle: -> A. Gruen, E. Drewermann, K. Wecker: Aufruf zu mehr Menschlichkeit

Erinnere dich! – Zachor!

«Devant le Martyr Juif Inconnuincline ton respectta piété pour tous les martyrs, chemine en pensée avec euxle long de leur voie douloureuse, elle te conduira au plus haut sommetde justice et de vérité.»

«Vor dem unbekannten jüdischen Märtyrer zeige deinen Respekt, dein Mitleid für alle unsere Märtyrer, begleite sie in Gedanken auf ihrem langen Leidensweg, der dich führen wird auf den höchsten Gipfel der Gerechtigkeit und Wahrheit.»

by Justin Godart (November 26, 1871 – December 12, 1956) was a French politician who served as the Minister for Health from June 3, 1932 to December 18, 1932.

Friede und Gerechtigkeit werden sich küssen

Warum der Frieden der Ernstfall bleibt – ein prominenter Aufruf

«Frieden schaffen ohne Waffen?» Heute löst dieser Slogan vielerorts Häme aus. Die ihn noch immer im Munde führen, werden der Naivität bezichtigt. Margot Käßmann und Konstantin Wecker lassen sich davon nicht beirren. Für sie ist Pazifismus keine oberflächliche Wohlfühlmentalität, sondern der einzige Weg, die Welt langfristig zu befrieden. Couragiert und lautstark rufen sie: »Nein«, wenn Nationen wieder der Illusion verfallen, Waffengewalt könnte mit Waffen bekämpft werden.
Käßmann und Wecker versammeln in diesem streitbaren Buch Texte verschiedener pazifistischer Traditionen. Dazu kommen aktuelle, eigens für diesen Band geschriebene Texte, etwa von Arno Gruen, Friedrich Schorlemmer u.a. Alle Beitragende sind sich einig: Eine spirituelle Haltung ist wichtig, um die Kraft des Pazifismus wirksam werden und Schwerter zu Pflugscharen schmieden zu lassen.

Ich finde die biblische Vision vom Frieden wunderbar. Friede und Gerechtigkeit werden sich küssen, heißt es in der Bibel. Was für ein schönes Bild!
Margot Käßmann

Unsere Freiheit ist bedroht – Harald Welzer

Der deutsche Kapitalismuskritiker Harald Welzer sieht die Freiheit bedroht. Deshalb ruft er zum kreativen Widerstand auf – gegen Wachstum, Konsum und Überwachung. Barbara Bleisch spricht mit dem Soziologen über subtile Zwänge und die schwindende Selbstverantwortung der Bürgerinnen und Bürger.

Google bietet den Userinen und Usern nützliche Dienstleitungen, aber macht sie zu gläsernen Bürgern; Konsumgüter versprechen Komfort, aber machen abhängig; Versicherungen versprechen Halt, steuern aber immer stärker das Verhalten.

Angesichts dieser Tendenzen fragt sich Harald Welzer: Wie frei sind die Menschen heute wirklich? Und wie viel Selbstbestimmung wollen sie dem Spass opfern?

Barbara Bleisch spricht mit dem 1958 geborenen, engagierten Soziologen über totalitaristische Tendenzen der Gegenwart, kreative Formen des Widerstands – und die Angst vor der eigenen Freiheit.

Quelle: SRF – Sternstunde-Philosophie – Harald Welzer

Demokratieoptimierung

[…] Der Informationsbestand der NSA nehme rascher zu als die Informationen der übrigen Menschen, schreibt der Autor (Bernhard H. F. Taureck). Noch hätten die meisten nicht begriffen, was das bedeutet. Es gehe dabei längst nicht mehr um ein Masshalten bei der Überwachung der gesamten Erdbevölkerung. Vielmehr strebe die NSA als eine Institution mit einem «übermenschlichen Wissensmonopol» danach, das Verhalten der Menschen vorwegnehmen zu können.

Überbietung der Demokratie

Damit scheint die NSA an den demokratischen Grundfesten des Rechtsstaates zu rütteln. Aus Demokratie wird schrittweise eine Überwachungsdemokratie – im Namen einer angeblichen «Demokratieoptimierung». Damit scheine, historisch gesehen, der moderne demokratische Rechtsstaat zurückzufallen auf die Stufe einer altindischen Monarchie im 4. Jh. n. Chr. mit ihrem Theoretiker Kautilya. In seinem Staatsmodell war der Mensch nicht von sich aus ein staatstragendes Wesen, sondern bedurfte ständiger Gängelung und Überwachung. Jeder Bürger war potenzieller Staatsfeind. Im Reich des Bösen seien die Bösen stets die anderen, betont der Autor.

Eine solche Art «observierte Freiheit» wird in der religiös-verbrämten «Monitorkratie» Wirklichkeit und versteht sich als überwachungsdemokratische Überbietung der Demokratie. Wer die NSA als «Religion» zu begründen suche, weist jedoch den Weg in die Despotie.

Quelle: Neue Zürcher Zeitung vom 26. März 2015 – Bernhard H. F. Taureck: Überwachungsdemokratie. Die NSA als Religion. W.-Fink-Verlag, Paderborn 2014

A place to…

… feel LOVE and HATE
be SAD and LAUGH
experience LIFE and DEATH
NOT-KNOWING
BEAR WITNESS
take LOVING ACTIONS
towards yourself and others
CONNECT and GROW
Multi-faith
multi-national
Bearing WitnessRetreat

Where is this place?
Auschwitz/Birkenau

More information at

zenpeacemakers.org/auschwitz

With Zen Master Bernie Glassman

Global Marshall Plan – Filmabend «Too Big To Tell»

TOO BIG TO TELL – Schneeball-Filmaktion starten! Der Film von Johanna Tschautscher beleuchtet die Mechanismen der globalen Finanzwelt. Er ermutigt zum Hinterfragen eines Systems, das die Ursache für einen Großteil der globalen Missstände ist und verändert werden muss. Helfen Sie dabei! Bestellen sie kostenlos das Filmpaket. Starten Sie einen Filmabend und diskutieren Sie gemeinsam! Paket bestellen: film@too-big-to-tell.org

Quelle: http://www.globalmarshallplan.org/too-big-to-tell

TIEFSEHTAUCHEN – Gespräch mit Eugen Drewermann 2

Zum „Tiefsehtauchen“ lädt Jens Böttcher interessante Künstler, Schriftsteller und andere Sinnsuchende ein, um mit ihnen substanzielle und herzensnahe Gespräche über den Glauben, die innere Reise des Menschen und die Geheimnisse des Lebens und der Liebe zu führen. Und natürlich kommt dabei auch die Kunst nicht zu kurz: So hinterlassen die musikalischen Gäste der Sendung allesamt wunderbare „Unplugged-“Versionen ihrer schönsten Songs (die ihr allesamt im Tiefsehtauchen-Kanal anschauen könnt).

Ein besonderes Highlight der ersten Staffel ist ein ausführliches, mehrteiliges Gespräch von Böttcher mit dem meistgelesenen Theologen Deutschlands – Eugen Drewermann.

Die Gäste der ersten „Tiefsehtauchen“-Staffeln sind außerdem Johannes Falk, Dania König, Jakob Friedrichs, 2Flügel, Peter Godzik, Siegfried & Christer Tepper, Sven Böttcher, Chris Lass, Sarah Brendel u.v.a. Weitere Infos zu den Gästen findet ihr auf dieser Homepage (Shop), wenn ihr den Links zu ihren eigenen Seiten folgt.

Weiterführende Gedanken von Jens zu Tiefsehtauchen und seinen Gästen findet ihr in seinem Blog.

www.pacodeluca.blogspot.de

Quelle: TIEFSEHTAUCHEN

TIEFSEHTAUCHEN – Gespräch mit Eugen Drewermann 1

Tiefsehtauchen – ein ungewöhnliches TV-Format über Gott und die Welt – Glaube, Liebe, Hoffnung, Zweifeln, Denken, Fühlen, Sein. Tiefsehtaucher schwarzweissradio präsentiert

TIEFSEHTAUCHEN mit Jens Böttcher & Gästen

Seit Oktober 2014 begrüßt der Hamburger Singer/Songwriter/Schriftsteller/Überlebenskünstler Jens Böttcher eine Reihe von interessanten Gästen in seiner innovativen TV-Gesprächssendung „Tiefsehtauchen“. Die Sendereihe wird immer samstags um 1830h und sonntags um 2330h auf Bibel TV ausgestrahlt und ist via Youtube auf dem eigenen „Tiefsehtauchen“-Kanal stets abrufbar.

Jens Böttcher ist seit Jahren einem größeren Publikum durch seine zahlreichen Alben, Bücher und Tourneen bekannt. In allem schreibt und singt er über die Triumphe und Tragödien der menschlichen Suche nach Liebe und Hoffnung, über befreiende Spiritualität, über seinen Glauben, seine Zweifel und Reflektionen. Sein aktuelles Album ist „IV:Revolution“, sein jüngstes Buch das „Interview mit dem Teufel“.

Äußerst aktiv ist Böttcher zudem gemeinsam mit seinen langjährigen schwarzweissradio-Kollaborateuren Henry Sperling und Karsten Deutschmann – als Autor und Produzent von Radioserien wie „Reverend Eminent“ (dem Karsten 1000 Folgen lang seine Stimme lieh) und TV-Formaten wie „Funny Dubbing“ (Sat.1, gemeinsam mit Sven Böttcher) oder aktuell „Neulich im Bundestag“ (wöchentliche Miniserie im ARD/NDR-Satiremagazin Extra 3, die erneut ein Millionenpublikum erreicht).

Henry Sperling und Karsten Deutschmann produzieren in ihrem Gentle Art Studio in Hamburg nicht nur alle Alben von Jens, sondern auch eine Vielzahl anderer Künstler und Musiker – sowie Hörspiele und Hörbücher.

Sie sind überdies regelmäßig gemeinsam mit Jens als Orchester des himmlischen Friedens auf Tournee in Deutschland, in der Schweiz und Österreich. Zum Orchester, das auch den Score zu Tiefsehtauchen beisteuert, gehören außerdem die Musiker Sven Urbatzka, Anne Maren Falk und Georg Schröder.

Quelle: TIEFSEHTAUCHEN

Zum besseren Verständnis von Terrorattacken – Leonardo Boff

Zum besseren Verständnis der Terrorattacke auf Charlie Hebdo in Paris

[20/01/2015]

Es ist eine Sache, und es ist berechtigt, sich über die Terrorattacke zu empören, die die besten französischen Karikaturisten tötete. Dies war ein abscheulicher und krimineller Akt, den niemand unterstützen kann.

Eine andere Sache ist es, auf analytische Weise verstehen zu wollen, warum solche terroristischen Akte ausgeübt werden. Solche Taten fallen nicht vom Himmel. Der Himmel über ihnen ist dunkel, voll tragischer Geschichten, großer Massaker, Demütigungen und Diskriminierungen, und nicht nur durch echte Kriege wie im Irak und in Afghanistan, die Tausenden Menschen das Leben kostete oder sie ins Exil zwang.

Die Vereinigten Staaten und mehrere europäische Staaten waren in diese Kriegen involviert. Millionen von Moslems leben in Frankreich, die meisten davon in Randgebieten von Großstädten in prekärer Lage. Viele von ihnen werden, obwohl sie in Frankreich geboren sind, so sehr diskriminiert, dass es sich um eine richtige Islamophobie zu handeln scheint. Nach dem Anschlag auf das Büro von Charlie Hebdo wurde eine Moschee beschossen, ein muslimisches Restaurant wurde in Brand gesetzt und auch ein muslimisches Gebetshaus wurde beschossen.

Worum es gehen muss, ist, den Geist der Rache zu überwinden und auf eine Strategie zu verzichten, die auf Gewalt mit immer mehr Gegengewalt antwortet. Dies erzeugt eine Spirale niemals endender Gewalt, die unzählige, zumeist unschuldige Opfer kostet. Und Friede lässt sich so nie erreichen. Wer Frieden will, muss die Mittel zum Frieden vorbereiten, der das Produkt von Dialog und respektvollem Zusammenleben aller ist.

Der Terroranschlag vom 11. September 2001 gegen die Vereinigten Staaten war paradigmatisch. Die Reaktion von Präsident Bush darauf war die Ankündigung eines „endlosen Kriegs“ gegen Terror und das Durchsetzen des „Patriot Act“, der die fundamentalen Bürgerrechte verletzt.

Was die Vereinigten Staaten und ihre westlichen Verbündeten im Irak und in Afghanistan unternahmen, war ein moderner Krieg, der zahllosen Zivilisten das Leben kostete. Hätte es in diesen Ländern nur große Dattelpalmen und Feigenanbau gegeben, wäre so etwas nicht geschehen. Doch in diesen Ländern gibt es große Ölvorkommen, das Blut des weltweiten Produktionssystems. Eine solche Gewalt führte bei vielen Moslems, die in diesen Ländern, aber auch anderswo in der Welt leben, zu Wut, Hass und Rachegelüsten.

Von diesem Hintergrund ausgehend kann man verstehen, dass der abscheuliche Anschlag in Paris das Ergebnis dieser vorigen Gewalt war und kein spontaner Akt, was diesen jedoch nicht rechtfertigt.

Die Auswirkung dieses Anschlags ist die Verbreitung von Angst. Das ist genau das, was Terrorismus bezweckt: dass sich die Menschen nur noch mit Terrorismus befassen und sie zu Gefangenen ihrer Angst werden. Das Hauptinteresse des Terrorismus besteht nicht darin, das Territorium des anderen zu erobern, wie es die westlichen Verbündeten in Afghanistan und dem Irak taten, sondern deren Gedanken zu besetzen.

Bedauerlicherweise verwirklichte sich die Prophezeiung des intelligenten Autors der Anschläge vom 11. September, Osama Bin Ladens, die er am 8. Oktober 2001 machte: „Die Vereinigten Staaten werden sich niemals wieder in Sicherheit wiegen können, niemals wieder Frieden haben.“ Sich in den Köpfen der Menschen zu verankern, sie emotionell zu destabilisieren, sie gegenüber jeder fremden Geste oder Person misstrauisch machen, ist das wesentliche Ziel des Terrorismus.

    Um sein Ziel, die Gedanken der Menschen zu beherrschen, zu erreichen, folgt der Terrorismus folgender Strategie:

    Die Aktionen müssen spektakulär sein, sonst führen sie nicht zu weit verbreitetem Aufruhr.

    Die Aktionen müssen, auch wenn sie verabscheuenswürdig sind, Bewunderung für ihren Ideenreichtum hervorrufen.

    Die Aktionen müssen erkennen lassen, dass sie minutiös geplant waren.

    Die Aktionen müssen unerwartet sein, um den Eindruck der Unkontrollierbarkeit zu erwecken.

    Die Autoren der Aktionen müssen anonym bleiben (maskiert), denn das macht sie suspekter und flößt mehr Angst ein.

    Die Aktionen müssen dauerhafte Angst einflößen.

Die Aktionen müssen die Wahrnehmung der Realität verzerren: Alles, was anders ist, kann Terror hervorbringen. Es genügt schon, irgendein armes Kinder in ein Einkaufszentrum gehen zu sehen, und schon entsteht der Eindruck eines potentiellen Aggressors.

Folgendermaßen lässt sich das Konzept des Terrorismus zusammenfassen: Es handelt sich um eine beliebige spektakuläre Gewalthandlung, die zum Zweck hat, die Gedanken der Menschen mit Angst und Bedrohung zu besetzen. Die Gewalt an sich ist nicht maßgeblich; wichtig ist ihre spektakuläre Eigenschaft, ihre Fähigkeit, sich in den Köpfen aller zu verankern. Eine der bedauerlichsten Auswirkungen des Terrorismus war, dass es den terroristischen Staat, zu dem die Vereinigten Staaten sich entwickelt haben, vorantrieb. Noam Chomsky zitiert einen Funktionsträger des nordamerikanischen Sicherheitsapparats, der bekannte: „Die Vereinigten Staaten sind ein terroristischer Staat, und darauf sind wir stolz.“

Hoffentlich setzt sich dieser Geist nicht in der Welt durch, vor allem im Westen. Tut er es doch, sind wir auf dem besten Weg zum Schlimmsten, das uns bevorstehen kann. Nur friedliche Mittel haben die geheime Kraft, Krieg und Gewalt zu überwinden. Dies ist die Lektion, die die Geschichte uns lehrt, und der Rat von weisen Menschen wie Mahatma Gandhi, Martin Luther King Jr. Nelson Mandela, Franz von Assisi und Franziskus von Rom.

übersezt von Bettina Gold-Hartnack

Quelle: Blog von Leonardo Boff

Bab’Aziz II – Von der wundersamen Macht der Erzählung

Seit vor Jahrhunderten der Orient im Gegensatz zu einem Okzident als das Fremde schlechthin konstruiert wurde, oszilliert das Bild der westlichen Welten dieser künstlich abgetrennten und vereinten Regionen zwischen irrationaler Furcht und ebensolcher Faszination. Dabei ist das Märchenhafte in Mode, Architektur und Literatur wohl das nachhaltigste Moment, das neben den modernen, populären Vorstellungen von islamischen Fanatikern die Imaginationen beherrscht. Wem sind sie kein Begriff, «Die Erzählungen aus den Tausendundein Nächten», die ganze Generationen von Schreibern und Filmemachern inspiriert haben. Der aus Tunesien stammende Regisseur Nacer Khemir (Die Wanderer der Wüste / Al-hâ’imoûn, Das verlorene Halsband der Taube / Tawk al hamama al mafkoud), der sich als Erzähler in dieser Tradition versteht und in dieser Mission die Welt bereist, bemerkt über seinen Film Bab‘Aziz – Der Tanz des Windes / Bab‘Aziz: „Ich wollte eine offene, tolerante und freundliche islamische Kultur zeigen, die Liebe und Weisheit ausstrahlt. Dieser Islam unterscheidet sich von dem im Westen verbreiteten Bild, das durch die Terroranschläge des 11. September geprägt ist.“